Zeckenbisse richtig behandeln


Veröffentlicht am 27.05.2013 von Johanna

Zecken-richtig-ziehenZecken gehören zu den Milben und leben wie Parasiten, da sie abhängig sind von einem Wirt. Sie lauern zwischen März und Oktober im hohen Gras, auf Sträuchern oder im Unterholz in Parks, Gärten und Wäldern. Zeckenzeit kann auch der milde Winter sein. Meist schlagen Zecken jedoch im Sommer zu. Kommt ein geeigneter Wirt vorbei, das sind Menschen, Hunde oder Katzen, saugen sich die Zecken unbemerkt fest. Dabei setzen sie ein Betäubungsmittel ein, weshalb Zeckenbisse zunächst unbemerkt bleiben.

Bildquelle: sassi / pixelio.de
Zecken müssen vorsichtig gezogen werden.

 

Zecken lieben feuchtwarme Körperstellen. Sie siedeln sich an in den Kniekehlen, unter den Achseln oder im Ohr. Haben sich Zecken einmal festgebissen am Körper, leben Sie sechs Tage vom Blut des Wirts, bis sie von allein abfallen. Der Biss ist nicht schmerzhaft, daher bleibt er für uns meist unbemerkt. Die Gefahr von Zeckenbissen sind jedoch die Krankheiten, die durch den Speichel der Zecke übertragen werden können: Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Beide Krankheiten rufen Fieber und Kopfschmerzen hervor. Besonders gefährlich ist FSME, eine Hirnhautentzündung, die ausgelöst wird durch Viren. FSME führt zusätzlich zu Übelkeit, Erbrechen, Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen. In schlimmen Fällen kann FSME bleibende Schäden verursachen. Risikogebiete in Deutschland sind der Süden Deutschlands und vereinzelt Brandenburg sowie Mecklenburg Vorpommern. Auch in Österreich und Osteuropa tritt FSME häufig auf.

Nur selten jedoch führt ein Zeckenbiss zu einer ernsthaften Infektion. Weitaus größer ist das Risiko, an Borreliose zu erkranken. Bis zu 100.000 Fälle pro Jahr sind durchaus üblich.

Was tun bei Zeckenbissen?

Wenn Sie sich in den betroffenen Regionen aufhalten und häufig wandern, sollten Sie abends Ihren Körper absuchen nach Zeckenbissen, jedenfalls unter den Achseln, in den Kniekehlen oder im Ohr. Wenn Sie eine Zecke entdeckt haben, die sich festgesaugt hat, sollten Sie diese möglichst schnell entfernen. Es eignen sich Pinzetten, besser sind jedoch Zeckenzangen. Sie sollten die Zecke nicht herausdrehen, sondern vorsichtig herausziehen, weil sie so verhindern, dass Sie lediglich den Körper der Zecke abtrennen. Heute gibt es elektronische Zeckenzangen, die die Zecke auf Kopfdruck töten.

Wenn Sie doch den Kopf vom Körper versehentlich getrennt haben, der Kopf also noch an Ihrer Haut haftet, versuchen Sie, den Kopf der Zecke leicht abzuschaben. Wenn das nicht gelingt, waschen Sie die Stelle mit warmen Wasser und warten, bis sich der Kopf von allein abfällt. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, die Zecke zu töten, indem Sie Alkohol, Nagellack, Klebstoff oder Öl auf die Zecke geben. Die Zecke zeigt eine Abwehrreaktion und gibt noch mehr Speichel in die Wunde, die sich dann stärker infiziert. Zecken sind hartnäckig und können viele Stunden unter schweren Bedingungen überleben. Wasser und Hitze macht Ihnen nichts aus. Beobachten Sie die Bissstelle, sollte sich eine Rötung ausweiten (Wanderrötung), müssen Sie zu einem Arzt, der sich auskennt mit Zeckenbissen und der geeignete Behandlungen kennt.

In Deutschland raten Mediziner bislang ab, nach einem Zeckenbiss Antibiotika zur Vorbeugung einzunehmen, um eine Übertragung von Borrelien zu verhindern.

Vor Zecken schützen

Sie können sich vor Zecken kaum schützen, aber Sie können das Risiko eines Zeckenbisses gering halten. Schauen Sie abends, ob sich eine Zecke an Ihrem Körper festgebissen hat. Wenn Sie im Freien liegen oder sitzen, benutzen Sie stets eine Unterlage. Wenn möglich, meiden Sie zwischen März und August Gebüsche und das Unterholz in Wäldern. Tragen Sie stets geschlossene Schuhe beim wandern sowie lange Kleidung, die hell und einfarbig ist. Auch Insektenschutzmittel können helfen.

Gegen Zecken impfen lassen können Sie sich nicht, wohl aber gegen Zeckenbisse oder vielmehr gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch einen Zeckenbiss übertragen wird. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht, hier hilft nur die oben genannte Vorsorge gegen Zeckenbisse.

 

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