Zecken-Abwehr mit natürlichen Mitteln


Veröffentlicht am 26.07.2015 von Marie

zecken-abwehrSie sind klein, sie sind lästig und sie sind gefährlich: Zecken. Sie treiben in Wald und Flur vor allem von April bis Oktober ihr Unwesen. Wer viel draußen ist, sollte daher immer an den Zeckenschutz denken, denn ein Zeckenbiss ist alles andere als ungefährlich – für Mensch und Tier. Bei unseren vierbeinigen Freunden sind vor allem Hunde besonders gefährdet, da sie täglich zu ihren Gassirunden raus müssen. Die meisten Zeckenabwehrmittel setzen auf die chemische Keule. Doch kann man bei der Zecken-Abwehr auch auf natürliche Mittel setzen? Die Antwort lautet: Ja, man kann. Die trimeda-Redaktion stellt einige unterstützende und begleitende Alternativen vor.

Bildquelle: Catkin / pixabay.com
Zecken sind Überträger gefährlicher Krankheiten wie FSME oder Borreliose. Wer sich viel in Wald und Flur aufhält, sollte sich stets um einen guten Zeckenschutz bemühen, um das Risiko eines Zeckenbisses zu minimieren. Die trimeda-Redaktion verrät, welche natürlichen Mittel zur Zecken-Abwehr zur Verfügung stehen.

 

Wie funktionieren herkömmliche Antizeckenmittel?

Doch zunächst sollte man sich anschauen, wie die üblichen Antizeckenmittel wirken. Sie setzen vielfach auf Pestizide, die den Spinnentieren den Garaus macht. Vor allem für Haustiere gibt es diese Mittel als Einwegpipetten. Das Zeckenmittel wird auf den Nacken geträufelt und verteilt sich über die Haut auf den ganzen Körper. Bekannte Präparate heißen Preventic, Advantix oder Frontline. Für Katzen gibt es außerdem Halsbänder, die die Zecken abhalten. Viele Spot-on-Präparate enthalten Permethrin, Imidacloprid, Moxidectin, Deltamethrin oder eine Kombination aus zwei Chemikalien. Bei allen handelt es sich um Nervengifte, die die Parasiten ausschalten sollen. Ihre zeitliche Wirkung ist allerdings begrenzt, sodass nach spätestens vier Wochen meist eine weitere Anwendung erfolgen muss. Vielen Tierhaltern jedoch widerstrebt es, ihren Liebling mehrmals im Jahr mit toxischen Substanzen beträufeln zu müssen. Auch reagieren nicht wenige Hunde auf die Spot-on-Präparate mit Übelkeit, Erbrechen und Juckreiz.

Genau an dieser Stelle kommen als Alternative die natürlichen Mittel zur Zeckenabwehr ins Spiel. Allerdings gibt es kaum wissenschaftliche Studien zu dem Thema. Die natürlichen Anti-Zeckenmittel basieren daher sehr stark auf Erfahrungen und dem Erfahrungsaustausch der Anwender.

 

Natürliche Zecken-Abwehr mit Knoblauch

An der Lund Universität in Malmo fungierten 100 schwedische Soldaten als Probanden. Die Hälfte von ihnen bekam Knoblauch zu essen, die andere Hälfte nicht. Die Knoblauchgruppe wurde seltener von Zecken gebissen als die Kontrollgruppe. Allerdings bietet der Knoblauch keinen 100 prozentigen Schutz vor Zeckenbissen. Die Bissrate verringerte sich lediglich um fast ein Drittel (30 Prozent).

Bei Hunden wird häufig gewarnt, dass Zwiebelgewächse (und zu denen gehört bekanntermaßen der Knoblauch) durch die Schwefelverbindungen für Hunde giftig seien. Jedoch bedarf es für die Abwehrwirkung des Knoblauchs auf Zecken lediglich Dosen, die weit unterhalb der Vergiftungsgefahr liegen. Somit ist die Gefahr von gesundheitlichen Schäden bei Hunden durch Knoblauch zur Zeckenabwehr doch recht gering. Wer als Hundehalter auf Nummer sicher gehen will, verfüttert nur entschwefelte Präparate, wobei darauf hingewiesen werden soll, dass frischer Knoblauch im Vergleich zu Granulat oder Pulver mehr Wirkstoffe enthält.

 

Natürliche Zecken-Abwehr mit Bernsteinketten

Vielleicht haben Sie das auch schon einmal gesehen: Ein Hund mit Bernsteinkette. Es handelt sich dabei nicht unbedingt um ein Modeaccessoire, das der Hund von Welt heutzutage trägt, sondern um den Versuch, das Tier vor Zecken zu schützen.

Allerdings hat sich in der Praxis herausgestellt, dass nicht jeder Bernstein dafür geeignet ist. Es muss der echte Rohbernstein sein. Nur er besitzt durch die Nicht-Bearbeitung den typischen Harzgeruch und seine eigene elektrostatische Aufladung. Verarbeiteter oder polierter Bernstein zeigt kaum eine Wirkung mehr.

Die Bernsteinkette zur Zeckenabwehr muss permanent getragen werden. Doch viele Hunde mögen eine Kette nicht und versuchen, sich dieser durch beständiges Kratzen zu entledigen. Auch wenn ein Hund gerne tobt, stellt die Kette ein gewisses Verletzungsrisiko dar.

 

Natürliche Zecken-Abwehr mit Homöopathie

Einige Homöopathen empfehlen Ledum, also den  Sumpfporst, vorbeugend gegen Zeckenbisse einzunehmen. In der Praxis hat sich die Potenz C200 bewährt. Erforderlich ist eine Gabe von drei bis fünf Globuli aller vier bis acht Wochen. Doch selbst unter Homöopathen scheiden sich die Geister, ob man Homöopathika überhaupt vorbeugend geben sollte.

Kommt es doch einmal zum Zeckenbiss, so kann auch hier Ledum unterstützen. Es wird drei Tage hintereinander täglich gegeben. So hilft man dem Vierbeiner mit einer möglichen Borreliose-Infektion besser zu Recht zu kommen.

 

Natürliche Zecken-Abwehr mit Bierhefe

Zecken scheinen ebenfalls Bierhefe nicht zu mögen. Die Vermutung ist, dass den kleinen Krabblern der Geruch der enthaltenen B-Vitamine nicht gefällt. Und mit Bierhefe gefütterte Hunde riechen demnach unattraktiver. Doch auch Hunde können mit Bierhefe geruchstechnisch ihre Probleme haben, sodass man die Bierhefe zunächst in den Hund bekommen muss. Empfindliche Fellnasen können auch mit Magen-Darm-Probleme auf den Futterzusatz reagieren. Es wird daher empfohlen, die Bierhefe als Futterzusatz langsam einzuschleichen, sodass sich der Hund an den Geschmack und Geruch besser gewöhnen kann. Am Ende sollte die Dosis bei einem Teelöffel Bierhefe pro 10 Kilogramm Körpergewicht des Hundes liegen. Für jede weitere 2,5 Kilogramm wird ein Viertel Teelöffel berechnet.

 

Natürliche Zeckenabwehr mit ätherischen Ölen

Zecken orientieren sich unter anderem über den Geruchssinn, um zu ihren Opfern gelangen. Wird der Geruchssinn empfindlich gestört, haben die Parasiten keine Chance mehr, an eine Mahlzeit zu gelangen. Ätherische Öle sind daher ein probates Mittel zur Zeckenabwehr. Am besten setzt man gleich auf eine bunte Mischung. Bewährt haben sich Oregano, Wacholder, Thymian, Myrrhe oder Grapefruit.

Gehyped wird derzeit außerdem Geraniol. Es soll direkt den Chitinpanzer von Zecken und Flöhen angreifen und so dafür sorgen, dass die Parasiten austrocknen und sterben. Außerdem hat Geraniol den Vorteil, dass es nur einen leichten blumigen Geruch verströmt und bei Weitem nicht so intensiv ist wie andere ätherische Öle. Hunde und Katzen akzeptieren diesen Zeckenschutz daher meist problemlos.

Auch das Öl des Zitronen-Eukalyptus hat sich als Zeckenabwehr bewährt. Der Wirkstoff heißt Citriodiol und findet sich in vielen Insektenabwehrmitteln wieder, denn auch Mücken mögen diesen Stoff nicht wirklich. Für so manche empfindliche Hundenase könnte der Geruch jedoch zu intensiv sein.

 

Natürliche Zecken-Abwehr mit Babypuder und Kieselgur

Sowohl Babypuder als auch Kieselgur besitzen die Eigenschaften, große Mengen an Flüssigkeiten zu absorbieren. Damit legen sie ebenfalls den Insektenpanzer trocken und führen zum Absterben der Parasiten. Viele Hundebesitzer pudern daher alle paar Tage das Fell ihres Lieblings entsprechend ein und können so den Zeckenbefall drastisch reduzieren.

 

Natürliche Zecken-Abwehr mit Kokosöl

An der FU Berlin wurde bei einem Labortest am Menschen nachgewiesen, dass Zecken Kokosöl nicht mögen. Grund dafür ist die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure. In dem Berliner Versuch wurde die Haut der Probanden mit einer zehnprozentigen Laurinsäurelösung behandelt. Beinahe 90 Prozent der Zecken ließen von ihren Opfern ab, nachdem sie den typischen Geruch wahrgenommen hatten. Die abschreckende Wirkung hielt außerdem mindestens sechs Stunden an. Während sich Kokosöl beim Menschen als natürliches Zeckenabwehrmittel recht problemlos einsetzen lässt, wird es bei langhaarigen Hunden sehr schwierig. Aufgrund seiner Konsistenz ist Kokosöl daher nur für kurzhaarige Hunde als Zeckenschutz geeignet.

 

Natürliche Zecken-Abwehr mit Zistrose

Die graubehaarte Zistrose, lateinisch Cistus incanus, ist ein altbekanntes Mittel, um das Immunsystem zu stärken, denn die Zistrose wirkt nicht nur antioxidativ und entzündungshemmend sondern auch antiviral und antimikrobiell. Eine wahre Allzweckwaffe!

Zecken mögen Cistus ebenfalls nicht und suchen das Weite. Cistustee ist daher einen Versuch wert, wenn man viel mit Zeckenbefall zu kämpfen hat. Allerdings sollte man, wie bei allen Heiltees, den Tee nicht dauerhaft trinken, denn sonst tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Von daher sollte mit dem Cistus-Tee erst kurz vor der Zeckensaison gestartet werden.

Die Zubereitung des Tees ist denkbar einfach. Man übergießt einen Teelöffel getrocknete Zistrose mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt alles 10 Minuten ziehen. Die Blätter sollten insgesamt dreimal überbrüht werden, weil so sichergestellt ist, dass wirklich alle unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffe herausgezogen werden.

 

Natürliche Zecken-Abwehr mit Mönchspfeffer als Spray

Vor allem Frauen kennen den Mönchspfeffer, weil er ihnen hilft, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen und somit oft bei unerfülltem Kinderwunsch zum Einsatz kommt. Bei Männern dagegen hilft Vitex Agnus Castus, die Libido zu dämpfen.

In Form eines Sprays wird Mönchspfeffer allerdings für beide Geschlechter interessant, denn er hält dann Stechmücken und Zecken für ca. sechs Stunden fern.

 

Neben chemischen Zeckenmitteln gibt es also eine ganze Menge weitere Möglichkeiten, um mit natürlichen Mitteln der Zecken-Abwehr die blutsaugenden Parasiten auf Distanz von Hund und Mensch zu halten.

 

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