Wutanfall lässt Herzinfarkt-Risiko steigen


Veröffentlicht am 20.07.2015 von Johanna

wut-angst-herzinfarkt-risikoWer Gernot Hassknecht kennt, kennt definitiv auch die Wutanfälle des Kabarett-Charakters. Er regt sich gern und heftig über die „Flachpfeifen“ in unserer Mitte, insbesondere in der Politik und dem Boulevard, auf. Bei seinen legendären Wutanfällen steigert er sich scheinbar so hinein, dass man allein beim Zuschauen Angst bekommt, er kippt gleich um. Das diese Angst nicht ganz unberechtigt ist, haben kürzlich australische Forscher nachgewiesen. Choleriker aufgepasst: Wutanfälle können das Herzinfarkt-Risiko steigern.

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Hier brennt die Luft! Wer schnell in Rage gerät und seine Wut und seinen Zorn an anderen ablässt, sollte sich seiner Gesundheit zuliebe andere Deskalationssstrategien zulegen, denn Wut und Angst lassen das Herzinfarkt-Risiko in die Höhe schnellen.

 

Für Choleriker und Angsthasen gefährlich: Wut & Angst lassen Herzinfarkt-Risiko in die Höhe schnellen

Die Auswertungen der Wissenschaftler der Universität Sidney (Australien) zeigen, die Chancen, dass Herzinfarktsymptome auftreten, sind zwei Stunden nach einem ärgerlichen Ereignis ca. achtmal so hoch wie bei normalem Gemütszustand. Ähnlich verhält es zwei Stunden nach einer Angstattacke. Auch hier ist das Herzinfarkt-Risiko deutlich erhöht.

Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift “European Heart Journal: Acute Cardiovascular Care“. Für ihre Studie werteten die australischen Forscher die Daten von Herzinfarkt-Patienten aus. Sie hatten diese befragt, ob und wie stark sie sich vor der Herzattacke geärgert hatten. Auf einer Sieben-Punkte-Skala mussten die Patienten ihren Gemütszustand einordnen: 1 für „ruhig“ und 7 als „sehr zornig, außer Kontrolle, Dinge schmeißend, sich selbst und anderen wehtuend“. Laut Definition der Forscher begann akuter Ärger bei Punkt 5 „sehr verärgert, Körper angespannt, die Fäuste vielleicht geballt und kurz davor in die Luft zu gehen“.

 

Gefühle können Stress verursachen, der wiederum dazu führt, das sich Risikofaktoren für den Herzinfarkt gegenseitig verstärken

Die Studie bestätigt die Hinweise, dass emotionale Ausnahmezustände und ein Herzinfarkt zusammenhängen können. Das erhöhte Risiko, einen Herzinfarkt im Anschluss eines Ereignisses zu erleiden, das mit starkem Ärger oder großer Ängste verbunden sei, liegt vermutlich an vielen, ineinandergreifenden Faktoren. Jedoch müssen die enzelnen Faktoren sowie die in Gang gesetzte Wirkungskaskade noch weiter erforscht werden, um gezielte Therapieansätze entwickeln zu können.

Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass Ärger und Angst immer mit Stress für den Körper verbunden sind. Damit einher geht auch die Erhöhung der Pulsfrequenz sowie ein erhöhter Blutdruck. Die Blutgefäße verengen sich und man neigt zu einer stärkeren Blutgerinnung. All das fördert einen Infarkt.

Wer daher dazu neigt, schnell cholerisch zu reagieren, muss neue Strategien zum „Dampf-Ablassen“ entwickeln, um sein Herz und damit seine Gesundheit zu schützen. Ein Training zur Stressverminderung kann ein Schritt in die richtige Richtung sein, damit Wut, Zorn und Ängste nicht überhand nehmen können. Auch die Strategie, Situationen, die eine starke emotionale Reaktionen hervorrufen, zu vermeiden, kann bei gefährdeten Menschen sinnvoll sein. Im Akutfall dürfte eine weitere Option die vorsorgliche Einnahme von Medikamenten sein.

 

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