UV-Schutz: Nur die richtige Sonnenbrille nutzt und schadet nicht


Veröffentlicht am 14.06.2015 von Alex

sonnenbrille-uv-schutz-kinderEndlich Sommer, endlich Sonne! So geht es vielen: Raus in die Natur und die Wärme und das Licht genießen. Weil UV-Strahlung schädlich ist, denken mittlerweile die meisten Leute daran, sich vorher mit Sonnenmilch einzucremen. Für die Augen dann schnell noch die Sonnenbrille aufgesetzt und alles paletti.

Alles paletti?! Naja, ganz so einfach ist es nicht, denn nur die richtige Sonnenbrille schützt. Wer auf die falsche Sonnenbrille setzt, schadet seinen Augen möglicherweise sogar mehr als ohne Sonnenbrille. Die trimeda-Redaktion sagt Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Bildquelle: Ben_Kerckx / pixabay.com
Gerade für Kinder ist ein 100 %iger UV-Schutz bei Sonnenbrillen unerlässlich.

 

Jeder denkt bei Sonnenschutz unwillkürlich an Sonnencreme? Doch wer denkt auch an seine Augen?

Selbstverständlich müssen auch die Augen vor zu viel Sonnenlicht und damit Sonnenstrahlung geschützt werden. Und das Gebot ist dringender als je zuvor, denn noch nie hatten die Menschen mehr Freizeit, die sie im Urlaub am Strand, am See oder in den Bergen verbringen können. Den besten Sonnenschutz und damit eine Reduzierung des Sonnenstresses bietet der Schatten. Doch der ist nicht immer vorhanden bzw. manchmal auch einfach nicht erwünscht. Dann sollte der Griff zur Sonnenbrille obligatorisch sein. Doch unter den gefühlt Millionen Modellen mit unterschiedlichen Farben und Formen muss man erstmal die richtige Sonnenbrille finden.

Wer sich für die falsche Sonnenbrille entscheidet, kann seinen Augen mehr Schaden als nützen. Achten Sie daher beim Kauf zunächst auf den richtigen Lichtschutz und erst dann auf die modischen Aspekte. Von vornherein sollten Sie auf preiswerte Sonnenbrillen vom Discounter oder der Drogerie verzichten. Hier ist der Lichtschutz in der Regel nicht besonders gut und kann sich im Laufe des Gebrauches sogar noch weiter verschlechtern. Eine gute Sonnenbrille lässt man am besten direkt vom Optiker anfertigen. Er wird gemeinsam mit Ihnen die richtigen Gläser heraussuchen, denn mit den Gläsern steht und fällt eine gute Sonnenbrille.

 

Dunkle Sonnenbrillen-Gläser garantieren nicht automatisch den notwendigen UV-Schutz

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass die Gläser der Sonnenbrille nur dunkel genug sein müssen, um am besten vor der schädlichen UV-Strahlung zu schützen. Der BVA, der Berufsverband der Augenärzte Deutschland, warnt, dass nur Gläser mit integriertem UV-Filter genügend Schutz bieten. Die Tönung jedoch sagt absolut nichts über den UV-Schutz aus. Im Gegenteil: Dunkle Gläser sind besonders tückisch, wenn sie keinen UV-Filter haben. Sie absorbieren dann nur den sichtbaren Teil des Lichtes, aber keinesfalls die UV-Strahlung. Ein Blendschutz ist dadurch zwar gegeben, doch setzt genau dieser Blendschutz einen wirksamen Schutzmechanismus des Auges außer Kraft. Schauen wir nämlich ins helle Sonnenlicht, so verengen sich automatisch die Pupillen. Somit dringt auch weniger UV-Strahlung ins Auge. Haben wir dagegen eine dunkle Sonnenbrille ohne UV-Filter auf, dann weiten sich die Pupillen bzw. die Reaktion fällt nicht so stark aus wie sie eigentlich ausfallen müsste. Die Folge ist: Es gelangt deutlich mehr schädliche UV-Strahlung ins Auge als wenn man keine Sonnenbrille auf hätte.

 

UV-Strahlung erhöht auf Dauer das Risiko für den Grauen Star

Mit etwas Pech entwickelt sich dann eine schmerzhafte Entzündung der Bindehaut und/oder Hornhaut, was in etwa mit einem Sonnenbrand auf der Haut vergleichbar ist. Die Symptome sind unangenehm: Die Augen sind rot, tränen und brennen. Außerdem sind sie blemdempfindlicher als Sonst. Direkte, dauerhafte Schäden sind nicht zu erwarten. Jedoch kann die UV-Strahlung im Laufe der Jahrzehnte die Augenlinse schädigen. Es besteht auch eine Zusammenhang, dass dadurch der graue Star vermehrt auftritt. Diese Krankheit ist gefürchtet, denn sie beginnt in der Regel schleichend. Zunächst sehen die Betroffenen verschwommen, dann kommt eine Blendempfindlichkeit und ein Grauschleier hinzu. Die Erkrankung Grauer Star ist nicht rückgängig zu machen. Die Therapie besteht darin, dass das betroffene Auge operiert wird und dabei die geschädigte Linse durch eine künstliche Linse ausgetauscht wird.

 

Für Kinder ist ein 100%iger UV-Schutz unerlässlich

Achten Sie daher beim Kauf unbedingt auf das CE-Kennzeichen. Damit gibt der Hersteller an, dass sie Brille einen UV-Schutz für Licht von einer Wellenlänge bis 380 Nanometer hat. Doch eigentlich reicht die Spanne des schädlichen Lichtes bis 400 Nanometer. Daher gibt es noch die zusätzliche Kennzeichnung UV400. Hier erfolgt eine Blockierung der Strahlung bis zu dieser Wellenlänge.

Kinder sollten nur Sonnenbrillen mit einem 100 %igen UV-Schutz tragen und das nicht nur bei gleißendem Sonnenschein. Auch bei leichter Bewölkung ist für Kinder ein Sonnenschutz für die Augen angebracht, denn ihre Pupillen sind noch größer und damit kann noch mehr Licht als bei Erwachsenen ins Auge gelangen.

 

Die verschiedenen Kategorien bei den Sonnenbrillen-Tönungen kennen

Der UV-Schutz ist nun klar, aber welche Tönung der Gläser sollte man wählen. Die Gläsertönung ist abhängig von Einsatzzweck. Das Kuratorium Gutes Sehen hat fünf Kategorien festgelegt:

  • Kategorie 0: Sie lässt ca. 80 Prozent des Sonnenlichts durch. Geeignet sind solche Brillen lediglich für bewölkte Tage oder die Abendstunden.
  • Kategorie 1: Diese Tönung filtert ca. ein Fünftel bis mehr als die Hälfte des Sonnenlichtes. Solche Sonnenbrillen sind für Frühlingstage oder wechselhaftes Wetter gut geeignet.
  • Kategorie 2: Sie hat eine Lichtabsorptionsrate von 57 bis 82 %. Es ist die Sonnenbrille für den Alltag, denn in mitteleuropäischen Breitengraden ist damit ein guter Blendschutz gewährleistet.
  • Kategorie 3: Der dunkle Filter erreicht 82 bis 92 Prozent Lichtabsorption. Es ist die Sonnenbrille für den klassischen Urlaub am Meer im Süden mit hellen Wasserflächen und weißen Sandstränden, für die Berge oder für das Lesen in der Hängematte unter Palmen.
  • Kategorie 4: Hier absorbieren die Gläser mehr als 90 Prozent des Lichts. Sonnenbrillen dieser Kategorie sind etwas für Alpinisten und Gletscherbegeisterte. Bitte niemals im Auto aufsetzen, denn für eine Autofahrt sind die Gläser viel zu dunkel.

 

Rosarot oder himmelblau als Gläserfarbe? Setzen Sie lieber auf die Klassiker: Braun, grau oder grün!

UV-Schutz geklärt, Tönung der Gläser geklärt. Aber welche Farbe sollen die Sonnenbrillengläser nun bekommen? Dazu muss man wissen, dass Untersuchungen gezeigt haben, dass braune, graue und grüne Gläser am wenigsten die Umgebungsfarben verfälschen. Gelbe Gläser sorgen zwar für bessere Kontraste und heben Grüntöne besonders hervor, aber es kann zu Verfälschungen bei den Signalfarben von Ampeln kommen. Für den Straßenverkehr sind gelbe Gläser daher nicht zu empfehlen.

 

Die perfekte Sonnenbrille für sich zu finden, ist nicht leicht

Sie haben nun die scheinbar perfekte Sonnenbrille für sich gefunden, der UV-Schutz stimmt, die Gläsertönung ist richtig und die Gläserfarbe stimmt? Dann machen Sie den Qualitätstest! Halten Sie die Sonnenbrille ungefähr 50 cm von sich weg vor eine gerade Linie. Das kann beispielsweise ein Fenster oder eine Tischkante sein. Drehen sie dann die Brille leicht. Stellen Sie nun fest, dass sich die Linie verzerrt, dann handelt es sich um minderwertige Gläser. Eine solche Brille kann zu Kopfschmerzen und Schwindel führen.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Sonnenbrille und damit die Brillengläser groß genug sind. Nur so ist ein ausreichender UV- und Blendschutz gewährleistet. Idealerweise sollten die Gläser bis zu den Augenbrauen reichen. Dann ist meist auch der seitliche Schutz der Augen vor zu viel UV-Licht ausreichend. Da nur eine gutsitzende Brille gern aufgesetzt wird und somit ihre Schutzfunktion übernehmen kann, achten Sie darauf, dass die Sonnenbrille wirklich perfekt sitzt: Weder Nasenauflage noch Scharniere oder Bügel dürfen in irgendeiner Weise drücken.

 

Sie interessieren sich für die Themen "Sommer", "Sonnenschutz" & "Reisen" dann dürften auch diese Beiträge für Sie etwas sein:

 

disclaimer