Sportmuffel zu mehr Bewegung animieren


Veröffentlicht am 26.02.2016 von Nico

sportmuffel-mehr-bewegungWie könnte man es schaffen, dass sich Sportmuffel mehr bewegen? Diese Fragen stellen sich viele Menschen. Studien haben gezeigt, dass vermeintlich einfache Belohnungssysteme nicht immer so funktionieren, wie ursprünglich gedacht. So einfach lässt sich der innere Schweinehund eben nicht überlisten. Doch es gibt einen Weg, der zu mehr Erfolg führen kann. Wie der aussieht, fanden jetzt Forscher der University of Pennsylvania (USA) heraus.

Bildquelle:marybettiniblank / pixabay.com
Wer sich mehr bewegen möchte, muss den inneren Schweinehund austricksen und Gewohnheiten ändern. Die richtigen Finanzielle Anreize können dabei helfen.

 

Den inneren Schweinehund austricksen ist tricky

Normalerweise wird eine Belohnung versprochen, um einen Anreiz zu bieten, sich mehr anzustrengen oder etwas Unliebsames zu tun. Wer auf diese Art versucht, Sportmuffel zu überlisten, kann schnell auf Granit beißen. Die Teilnehmer verfallen zügig in alte Verhaltensmuster zurück. Doch ein kleiner Trick schafft es, aus Sportmuffeln Fitnesscracks zu machen.

Die Forscher der University of Pennsylvania konnten nachweisen, dass finanzielle Anreize für übergewichtige Arbeitnehmer durchaus ein Grund sein können, sich mehr zu bewegen. Die Anreize zeigten dann die größte Wirkung, wenn ein Vorschuss auf die Bewegung ausgezahlt wurde, aber eine Rückforderung des finanziellen Anreizes bei Nicht-Einhaltung der Bewegungsziele drohte. Die Forscher hatten sich ausgedacht, dass die Teilnehmer jeden Monat 42 Dollar ausgezahlt bekamen – quasi als Vertrauensvorschuss. Es wurde allerdings 1,40 Dollar für jeden Tag zurückgefordert, an dem das Bewegungsziel von mindestens 7.000 Schritten verfehlt wurde. Diese Belohnungsstrategie hatte Erfolg. Es zeigte sich, dass so mehr Teilnehmer das Bewegungsziel erreichten.

Sport & Bewegung helfen Lohnkosten durch Krankheitstage zu reduzieren

In ihrer Studie testeten die Forscher unterschiedliche Belohnungssysteme. So wurde in einer Gruppe die Belohnung erst im Nachgang ausgezahlt, d. h. am Monatsende winkte die Prämie für die erreichten Bewegungsziele – im konkreten Fall waren dies 1,40 Dollar für jeden Tag der Zielerreichung. Eine andere Kontrollgruppe erhielt gar keine Belohnung. Als Ergebnis konnten die Forscher auch zeigen, dass eine Belohnung im Nachhinein in etwa den gleichen Effekt hat wie gar keine Belohnung.

Die Forscher hoffen mit ihrer Studie Arbeitgebern helfen zu können, die mehr Bewegung bei ihren Angestellten fördern möchten. Denn nachweislich erhöht Bewegungsmangel das Risiko für eine Vielzahl an körperlichen Einschränkungen. Beispielsweise treten Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen aber auch Rückenschmerzen verstärkt auf. Allein Rückenschmerzen sind mit die häufigste Ursache in Deutschland für Krankschreibungen und verursachen jedes Jahr Millionenkosten durch ausgefallene Arbeitstage. Sportliche Mitarbeiter sind so gesündere Mitarbeiter. Damit lohnt sich für Arbeitgeber in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren, wozu durchaus auch ein finanzieller Anreiz für mehr Bewegung gehören kann.

 

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