Seekrankheit: Tipps & Tricks gegen den Kreuzfahrt-GAU


Veröffentlicht am 31.03.2015 von Alex

seekrankheit-reisekrankheitDie Kreuzfahrt gehört zu den letzten großen Abenteuern unserer Zeit. Und immer Menschen „gönnen“ sich diesen kleinen Luxus: Eine interessante Reiseroute ist schnell ausgesucht und das Schiff unverzüglich gebucht. Doch wie sieht es mit der eigenen Seefestigkeit aus? Darüber macht man sich frühestens auf dem Kreuzfahrtschiff Gedanken, oder?!

Die Seekrankheit hat leider schon so manche Kreuzfahrt zum Albtraum werden lassen. Anfangs ist es nur ein leichtes Unwohlsein, wenn das Schiff schaukelt. Doch bei größeren Wellen kommt schnell die Übelkeit dazu. Glück, wer dann die richtige Reiseapotheke und ein paar Tricks parat hat.

Bildquelle: cocoparisienne / pixabay.com
Kein Kreuzfahrer will über der Reeling hängen und die Fische füttern. Doch bei rauer See kann man leicht seekrank werden. Ein paar Tipps & Trikcs verschaffen schnelle Linderung und einem Genießen der Kreuzfahrt steht nichts mehr im Weg.

 

Blass grünlich im Gesicht und ständig ein flaues Gefühl im Magen, so hatten sich viele ihre erste Kreuzfahrt sicherlich nicht vorgestellt. Seekrankheit ist schließlich altes Seemannsgarn, oder etwa nicht?“ Statistisch gesehen erwischt es neun von zehn Kreuzfahrern mindestens einmal im Leben.

Seekrank kann man auch auf hochmodernen Schiffen werden

Auch wenn heutige Schiffe größer sind und daher von sich aus auch bei rauerer See ruhiger im Wasser liegen, noch immer kann man seekrank werde. Fachleute jedoch sprechen dann nicht unbedingt von Seekrankheit sondern eher von Reisekrankheit. Das flaue Gefühl im Magen bei rollender See oder auch Turbulenzen im Flugzeug vergeht meist rasch wieder. Der Körper braucht nur Zeit, sich daran zu gewöhnen. Hier hilft es ungemein, zunächst die Ursachen der Seekrankheit zu kennen. Eigentlich ist die Seekrankheit eine Bewegungskrankheit. Sie tritt daher nicht nur auf Schiffen auf, sondern auch in Bussen, Flugzeugen oder in Simulatoren. In Fachkreisen spricht man auch von einer Kinetose. Es handelt sich um verwirrende Sinneseindrücke. So nimmt der Passagier in der Schiffskabine optisch einen starren Raum wahr. Sein Gleichgewichtsgefühl jedoch registriert die Bewegung der Wellen. Dieses „Sensory Mismatch“ kann das Gehirn nicht richtig verarbeiten. Es kommt zunächst zum Unwohlsein. Typische Symptome der Reisekrankheit sind ferner: Aufstoßen, Druckgefühl, Blässe und Erschöpfung bzw. Müdigkeit.

Der Körper versucht zu reagieren und schüttet infolge der unstimmigen Sinneseindrücke Stresshormone aus. Zirkuliert zu viel des Stresshormons Histamin im Blut, führt dies unweigerlich zu Erbrechen und Übelkeit. Daher enthalten viele Medikamente gegen die Reisekrankheit sogenannte Antihistamine. Es gibt sie in Form von Tabletten und Kaugummis. In ganz schlimmen Fällen kann das medizinische Personal sogar zur Spritze greifen.

Medikamente gegen die Reisekrankheit nicht unbedarft einnehmen

Bewährt gegen die Seekrankheit hat sich auch der Wirkstoff Scopolamin, der unter anderem im Bilsenkraut und Stechapfel zu finden ist. Scopolamin wirkt beruhigend und hemmt darüber hinaus den Brechreiz.

Beide Wirkstoffgruppen jedoch haben Nebenwirkungen. Antihistamine können müde machen. Von daher sind sie für Autofahrer ungeeignet. Scopolamin kann durchaus Halluzinationen auslösen. Obwohl die wenigstens Medikamente gegen Reisekrankheit verschreibungspflichtig sind, sollten sie keinesfalls unbedarft eingenommen werden. Warten sie zunächst ab, ob die Reisekrankheit bei Ihnen auftritt und nehmen sie die Tabletten keinesfalls „vorbeugend“ ein.

Trifft Sie die Seekrankheit mit voller Wucht, bedenken Sie bitte, dass andere Arzneimittel wie Blutdrucksenker oder die Pille nicht richtig wirken können, wenn Sie kurz nach der Einnahme sich übergeben müssen. Bei Diabetikern droht durch das Erbrechen außerdem die Gefahr der Unterzuckerung. Schonen Sie sich daher und suchen Sie bei länger anhaltenden Beschwerden auf jeden Fall den Schiffsarzt auf.

Schnelle Hilfe bei Seekrankheit

Um schnell wieder auf den richtigen Dampfer zu kommen, verlassen Sie am besten die Kabine und gehen Sie an die frische Luft. Versuchen Sie auf Deck den Horizont zu fixieren. So bekommt das Gehirn die Möglichkeit, das Missmatch in den Griff zu bekommen. Wer eine Innenkabine hat, dem kann ein kleiner Trick helfen. Der Fachhandel bietet Brillen mit künstlichem Horizont an. Dort befindet sich zwischen dem Doppelglas eine Flüssigkeit, die die Bewegungen des Schiffes aufnimmt. So kann der Passagier auch unter Deck die Schräge des Schiffes erkennen.

Gegen die ersten Übelkeitsattacken hilft außerdem Entspannung. Versuchen Sie sich hinzulegen und zu schlafen. Das lässt den Stresspegel im Blut absinken. Im Schlaf nehmen Sie auch weniger Sinneseindrücke wahr. Manch erfahrener Kreuzfahrer schwört außerdem Akupressur. Doch auch wenn wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit fehlen, hat ein wenig Glaube an die Selbstheilungskräfte des Körpers noch nie geschadet. Sobald Sie erste Symptome der Reisekrankheit bemerken, sollten sie ein paar Dinge unbedingt vermeiden: Legen Sie umgehend das Buch, die Zeitschrift oder den eBook-Reader weg. Trinken Sie auf keinen Fall Alkohol, denn der Alkoholabbau ist zusätzlicher Stress für den Körper. Reagieren Sie empfindlich auf Gerüche, versuchen Sie diese zu meiden. Wissen Sie, dass Sie anfällig für die Reisekrankheit sind, versuchen Sie histaminhaltige Nahrungsmittel wie Thunfisch oder Salami zu vermeiden.

Mit diesen Tipps bekommen Sie die Seekrankheit schnell in den Griff und einer wunderschönen Kreuzfahrt steht nichts mehr im Wege.

 

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