Schlafapnoe: Schnarchen lässt das Demenz-Risiko steigen


Veröffentlicht am 07.08.2015 von Johanna

schlafapnoe-demenz-risikoSchnarcher, also Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom, haben ein erhöhtes Risiko eine Demenz zu entwickeln. Das zeigt eine kürzlich im Fachjournal „Neurology“ veröffentliche Studie aus den USA.

Bildquelle: Catkin / pixabay.com
Wer nachts ähnlich stark schnarcht wie ein Mops, sollte mehr für seine geistige Gesundheit tun, denn sein Risiko an Demenz zu erkranken, könnte erhöht sein.

 

Bei älteren Menschen kommen abnormale Atemmuster im Schlaf recht häufig vor. Experten zählen zu den abnormalen Atemmustern starkes Schnarcher aber auch die Schlafapnoe, also Atemaussetzer im Schlaf. Im Alter sind 52 % der Männer und 26 % der Frauen davon betroffen.

 

Schlafapnoe & Schnarchen bei Senioren sehr weit verbreitet

Forscher vom Langone Mediacal Center der New Yokrer Universität untersuchten für ihre Studie die Daten von 2470 Patienten. Diese waren zwischen 55 und 90 Jahre. Die Patienten gehörten zur Kohorte der Alzheimer‘s Disease Neuroimaging Initiative (ADNI). Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt: keine kognitive Symptome, milde kognitive Störungen (MC) und Alzheimer-Demenz. Bei der Auswertung betrachtet wurden generell nur Personen, deren Alter bei der Diagnose der kognitiven Beeinträchtigungen bekannt war. Das waren insgesamt 721 Personen. Von diesen litten 148 Personen unter Schlafapnoe bzw. starkem Schnarchen. Von diesen wurden 47 Patienten mit Hilfe eines CPAP-Geräts behandelt, erhielten also während des Schlafes permanente Atemunterstützung.

Die Daten der amerikanischen Kohortenstudie sind recht eindeutig. Bei Patienten mit nächtlichen, abnormalen Atemmustern traten  im Durchschnitt zehn Jahre früher milde kognitive Probleme auf. Das Durchschnittsalter bei dieser Gruppe lag zum Diagnose-Zeitpunkt bei 72 Jahren. Die Nicht-Schnarcher bekamen erst im Schnitt mit 83 Jahren ähnliche Probleme. Bei den Alzheimer-Patienten ist der Unterschied nicht ganz so stark ausgeprägt aber immer noch deutlich. Die Schlafapnoe-Patienten erkrankten im Schnitt mit 83 Jahren an der neurodegenerativen Krankheit. Bei den Senioren mit gesundem Schlaf und normalen Atemmustern lag das Erkrankungsalter bei 88 Jahren.

 

Atemstörungen im Schlaf begünstigen den Abbau der kognitiven Fähigkeiten & Alzheimer

Die Ergebnisse weisen klar darauf hin, dass der kognitive Abbau durch die Atemstörungen im Schlaf begünstigt wird. Ob ein ursächlicher Zusammenhang tatsächlich besteht, müssen weitere Forschungen noch zeigen. Allerdings gibt es starke Hinweise auf einen direkten Zusammenhang, denn die Patienten, deren Atemapnoe mit der CPAP-Therapie behandelt wurde, entwickelten die kognitiven Störungen in der Regel erst in dem Alter wie jene Personen ohne nächtliche Atemaussetzer. Die nächtliche Beatmung und damit die bessere Sauerstoffversorgung scheint auf den ersten Blick also doch vor dem kognitiven Abbau zu schützen. Eine entsprechende Behandlung der Atemapnoe könnte so bei gefährdeten Personen den Beginn der Symptome um fünf bis zehn Jahre hinauszögern.

Die Forscher aus New York sind jedoch sehr vorsichtig in ihren Formulierungen und mahnen keine voreiligen Schlüsse ohne weitere Forschungen zu ziehen. Sie weisen mehrmals darauf hin, dass ihre Studie nur eine begrenzte Aussagekraft hat, da es sich um eine Beobachtungsstudie mit einer sehr kleinen Probandenzahl handelt.

 

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