Reisen mit Medikamenten: 7 einfache Regeln sollten Patienten beachten


Veröffentlicht am 08.06.2015 von Alex

medikamente-im-urlaubDeutschland ist Urlaubsweltmeister, denn des Deutschen liebstes Hobby ist das Verreisen. Doch nicht alle Urlauber und Reisenden sind zu 100 Prozent gesund. Viele sind auf Medikamente angewiesen. Diese müssen daher mit auf Reisen gehen. Doch auch so sollte jeder Tourist eine Reiseapotheke mit sich führen, um im Ernstfall schnelle Hilfe parat zu haben.

Bildquelle: romaneau / pixabay.com
Im Urlaub kann es gar nicht weit genug weg gehen. Exotische Ziele sind sehr beliebt. Doch wer regelmäßig Medikamente nehemn muss, sollte ein paar einfache Tipps beherzigen, damit die Wirksamkeit und Unversehrtheit auch im Urlaub garantiert ist.

 

Die Apothekerkammer in Hamburg hat ein paar Tipps und Hilfen für das richtige Handling von Arzneimitteln unterwegs zusammengestellt. So stellen Sie die Wirksamkeit und Unversehrtheit Ihrer Medikamente im Urlaub sicher.

 

Tipp Nr. 1: Bei Flügen kälteempfindliche Wirkstoffe ins Handgepäck

Auf Flügen sollten kälteempfindliche Wirkstoffe wie Insulin stets im Handgepäck mitgeführt werden, da die Temperaturen im Flugzeug-Frachtraum schnell gegen Null Grad Celsius und darunter sinken können. Dann droht die Kristallisierung des Insulins. Es verliert damit seine Wirkung.

 

Tipp Nr. 2: Medikamenten-Reserve ins Handgepäck & auf mehrere Gepäckstücke aufteilen

Beim Verreisen mit dem Flugzeug kann Gepäck verloren gehen oder die Bahn verspätet sich. Egal wie: Rechnen Sie im Vorfeld mit dem schlimmsten – nämlich damit, dass Ihnen nicht sofort das komplette Gepäck zur Verfügung steht. Deswegen empfehlen Experten bei Medikamenten immer eine Zusatzreserve von zwei bis drei Tagen auf Reisen im Handgepäck zu verstauen. So haben Sie einen Vorrat immer griffbereit und können notfalls die Zeit während der Neubeschaffung im Zielland problemlos überbrücken. Ein weiterer Tipp von Vielreisenden: Verteilen Sie die Medikamente möglichst auf mehrere Handgepäckstücke, denn auch auf dem Flughafen oder dem Bahnhof bzw. auf dem Weg zum Hotel ist man nicht vor Diebstahl gefeit.

 

Tipp Nr. 3: Flüssige Medikamente mit in die Flugzeugkabine nehmen

Wer auf flüssige Medikamente angewiesen ist, sollte diese ebenfalls mit in die Flugzeugkabine nehmen und nicht mit dem Gepäck aufgeben. Denn im Frachtraum können die Medikamente gefrieren, sich ausdehnen und die Fläschchen oder Ampullen zum Platzen bringen. Besorgen Sie sich im Vorfeld eine entsprechende Bescheinigung von Arzt, notfalls auch vom Apotheker, und halten Sie den Beipackzettel bereit, falls der Zoll oder die Sicherheitsbeamten eine Frage haben. Obwohl Sie es nicht unbedingt müssten, gehen Sie auf Nummer sicher, wenn Sie auch Augentropfen, Nasenspray und Insulin in einen durchsichtigen Plastikbeutel verpacken. Dann gibt es keine Probleme beim Check-In – sofern Sie alles ordnungsgemäß bei der Sicherheitskontrolle vorzeigen.

 

Tipp Nr. 4: Wärmempfindliche Medikamente schützen

Es gibt nicht nur wärmeempfindliche Medikamente und Arzneimittel sondern ebenso welche, die einer Kühlung bedürfen. Sie müssen beim Transport während der Reise also vor Wärme geschützt werden. Hierfür gibt es in der Apotheke thermogeschützte Taschen für die Reiseapotheke.

 

Tipp Nr. 5: In heißen Ländern keine Medikamente im Mietwagen lassen

Sie wollen das Urlaubsland mit dem Mietwagen erkunden? Bedenken Sie, dass im geparkten Auto das Thermometer schnell bis auf 60° C und mehr ansteigen kann. Viele Medikamente nehmen bei solchen Temperaturen schaden und verlieren ihre Wirkung. Lassen Sie in heißen Ländern also beim Parken keinesfalls Ihre Arzneimittel im Wagen liegen, sondern nehmen Sie sie mit in klimatisierte Räume, sobald Sie das Auto verlassen.

 

Tipp Nr. 6: Bescheinigungen einholen für Medikamente, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen

Müssen Sie Medikamente einnehmen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, so müssen sie bereits bei der Urlaubsplanung daran denken, dass im Schengen-Raum – also in den meisten Staaten der EU, Norwegen, Island und der Schweiz –  eine spezielle ärztliche Bescheinigung bzw. eine Beglaubigung der Landesgesundheitsbehörde erforderlich ist. Diese Dokumente müssen mehrsprachig sein und Angaben zur Dosierung gemacht werden. Nur so kann der Bedarf für die Reise abgeschätzt und von den Behörden vor Ort freigegeben werden. Bei anderen Reisezielen sollten sich Patienten auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte erkundigen, welche Regeln im Urlaubsland gelten und welche Formulare auszufüllen sind.

 

Tipp Nr. 7: Rechtzeitig Reiseschutzimpfungen auffrischen und die Reiseapotheke zusammenstellen

Wer in tropische Länder reißt, sollte seinen Arzt darüber informieren und sich sowohl im Hinblick auf die erforderlichen Reiseschutzimpfungen als auch auf die Reiseapotheke beraten lassen. Gerade im Hinblick auf die Impfungen benötigt man eine gewisse Vorlaufzeit. Deswegen sollte man diesen Termin nicht auf den allerletzten Drücker legen. Auf der sicheren Seite befindet man sich, wenn man acht bis zehn Wochen vor Reiseantritt den Arzt aufsucht oder zumindest das Gespräch mit dem Apotheker sucht.

 

Beherzigen Sie all diese Tipps, steht einem entspannten Urlaub nichts mehr im Wege. Patienten müssen sich dann keine Sorgen machen, dass Ihre Medikamente die Wirksamkeit einbüßen oder nicht unversehrt am Urlaubsort ankommen.

 

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