Polygamie ist ungesund: Mehr Frauen führen zu häufigeren Herzbeschwerden


Veröffentlicht am 29.07.2015 von Michael

polygamie-herz-gesundheitIn westlichen Gesellschaften herrscht als Ehemodell die Monogamie vor. Das geht zurück auf die Wert- und Moralvorstellungen der christlichen Kirche, die sich bewusst gegen die Vielehe ausspricht. Dass mit dieser Haltung allerdings auch ein echter, gesundheitlicher Vorteil einhergeht, konnten nun Forscher aus Saudi Arabien beweisen.

Bildquelle: Takmeomeo / pixabay.com
Mehr Frauen bedeutet auch mehr Stress. Stress wiederum ist bekanntlich nicht gut fürs Herz. Polygame Ehemänner haben daher häufiger mit Herzbeschwerden zu kämpfen als monogame.

 

Bislang galt eine glückliche Ehe als ein Garant für ein langes Leben und damit auch für die Gesundheit. Doch spielt es dabei eine Rolle, ob man nun mit einer Ehefrau verheiratet ist oder mit mehreren? Ja, sagen jetzt saudische Wissenschaftler, denn Polygamie erhöht das Risiko für Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems um mehr als das Vierfache.

 

Mehr Ehefrauen = Mehr Herzkrankheiten

Die Studie der Forscher aus Saudi-Arabien wurde kürzlich auf einem kardiologischen Kongress in Abu Dhabi vorgestellt. Nach Auswertung der Daten steht fest: Mit der Anzahl der Ehefrauen steigt für den Ehemann auch Risiko für eine Herzerkrankung wie beispielsweise die koronare Herzkrankheit. Nüchtern stellen die Forscher vom King Faisal Specialist Hospital and Research Centre in Jeddah fest: Mit je mehr Frauen der Ehemann in seiner polygamen Beziehung hat, desto schwerer und zahlreicher waren die Probleme mit den Herzkranzgefäßen.

In die Untersuchung flossen die Daten von 687 verheirateten Männern ein. Zwei Drittel praktizierten die Monogamie, d. h. sie waren mit nur einer Ehefrau verheiratet. Ein Drittel führte jedoch die alte islamische Tradition der Polygamie fort. Auf die Gesamtteilnehmerzahl bezogen hatten 19 Prozent zwei Ehefrauen. Zehn Prozent führten eine Ehe mit Drei Ehefrauen und vier Prozent der Ehemänner hatten sogar vier Ehefrauen.

 

Führt Polygamie zu mehr emotionalem Stress und dieser wiederum erhöht das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen?

Grundsätzlich fiel auf, dass die polygamen Ehemänner durch die Bank weg eher älter waren, verstärkt in ländlichen Gebieten lebten, ein höheres Einkommen hatten und bereits eine koronare Bypass-Operation hinter sich hatten.

Die Forscher mutmaßen nun über die Gründe für den gefundenen Zusammenhang. Sie bringen als These ins Spiel, dass mehrere Ehefrauen bei ihren Ehemännern auch zu größeren emotionale Belastungen führen. Immerhin muss man unter Umständen mehrere Haushalte führen, was zu nicht unerheblichen Belastungen führt, da das dafür benötigte Geld auch erst einmal verdient sein will. Dafür müssen viele Ehemänner eine besser bezahlte Arbeit außerhalb des Heimatortes annehmen, was zu einem größeren Pendler-Stress führt.

 

Für neue Therapieansätze: Forschung muss die einzelnen Risikofaktoren für koronare Herzkrankheiten weiter untersuchen

Doch es könnten auch weitere Faktoren eine Rolle spielen. Einen Einfluss auf die Ergebnisse könnte auch das Maß an körperlicher Aktivität, die Intimität mit den vielen Ehefrauen, Ernährungsgewohnheiten oder genetische Aspekte haben. Hier gibt es jedenfalls noch viele Ansatzpunkte für die zukünftige Forschung, um besser zu verstehen, warum statistisch gesehen, die Polygamie schädlich für die Herz-Gesundheit ist.

 

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