Pflanzenschutz ganz natürlich: Verzicht auf Gift im Garten


Veröffentlicht am 26.06.2015 von Marie

biologischer-pflanzenschutz-nuetzlinge-foerdernViele Verbraucher setzen bei Lebensmitteln aus dem Supermarkt voll und ganz auf das Bio-Siegel, denn sie wollen die intensive Landwirtschaft, die Pflanzenschutzmittel und jede Menge Dünger auf den Feldern ausbringt, nicht weiter unterstützen. Doch wie sieht es in puncto Ökobewusstsein im eigenen Garten aus? Die trimeda-Reaktion gibt Tipps, wie Sie in Ihrem Garten völlig auf Gift und Chemie verzichten können – dank der biologischen und mechanischen Pflanzenschutzmittel.

Bildquelle: donvikro / pixabay.com
Biologischer und mechanischer Pflanzenschutz ist im Kleingarten der chemischen Keule in Form von Giften und Pestiziden immer vorzuziehen. Geben Sie lieber Nützlingen und ihren Futterpflanzen ein Zuhause.

 

Es ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen: Prinzipiell ist man sehr umweltbewusst eingestellt und achtet beim Einkauf auf die Nachhaltigkeit. Allerdings wird dieses Denken dann doch vielfach an der eigenen Gartnepforte abgegeben. Da stört man sich an dem einen oder anderen Mauseloch im Beet, an den Blattläusen an den Rosenknospen oder am Unkraut im Rasen. Und dann wird hier doch – eher der Optik wegen denn der Notwendigkeit – zur Giftspritze gegriffen. Während in der Landwirtschaft Schädlinge Ernten zerstören oder Unkräuter die Qualität mindern können, geht es im heimischen Vorgarten oder Kleingarten eigentlich um nichts. Wenn sich schon der Landwirt Gedanken macht, was er und wieviel er einsetzt, weil sowohl Pflanzenschutz als auch Düngung Kostenfaktoren für ihn sind, sollte es dann der Kleingärtner nicht erst recht tun? Wenn wir nicht hier die Rückzugsräume für viele Tiere und Pflanzen schaffen, wo wollen wir es dann tun?

 

Biologischer und mechanischer Pflanzenschutz ersetzt die chemische Keule

Es heißt ja nicht, dass wir das Feld komplett den Unkräutern und Schädlingen überlassen müssen. Für den kleinen Garten ist der mechanische und biologische Pflanzenschutz ideal.

Ohne Gift und chemische Keule kommt man bei der Unkraut-Entfernung auf Pflaster und Wegen aus. Hier reicht es aus, im Frühjahr die jungen Unkrauthalme mit einem Gas-Flämmgerät zu entfernen. Selbstangesetzte Kräuterbrühen und –Jauchen stärken die Pflanzen, sodass diese weniger anfällig für Krankheiten wie Mehltau oder Rost sind.

 

Natürliche Schädlingsbekämpfung: Fördern Sie die Nützlinge im Garten

Sobald es wärmer wird, kommen die Blattläuse im Frühjahr heraus und laben sich an dem frischen Grün. Sie können Krankheiten von Pflanze zu Pflanze übertragen. Gut beraten ist daher, wer für die Vermehrung von Nützlingen im eigenen Garten Vorsorge trifft. Stellen Sie daher an mehreren Stellen sogenannte Insektenhotels auf und geben Sie damit den Helferlein ein ideales Winterquartier. Sie revanchieren sich dann gleich im Frühjahr und vertilgen die Blattläuse – noch bevor sie zur Plage werden.

Gegen eingeschleppte Zikaden gibt es im Fachhandel entsprechende Fallen, die vielfach mit Pheromonen und Leimflächen arbeiten. So ziehen Sie die Schädlinge auf natürlichem Weg und ganz ohne Gift aus dem Verkehr.

 

Geben Sie auch vermeintlichen Unkräutern eine Chance, denn vielfach sind es Futterpflanzen für Schmetterlinge, Marienkäfer & Co.

Mittlerweile kann man allerdings auch Nützlinge im Internet shoppen. Züchter haben sich darauf spezialisiert, Nützlinge zu verschicken. So kann man sich notfalls bei akutem Blattlausbefall Marienkäfer- und Florfliegenlarven schicken lassen. Sie werden in praktischen Ausbringungsbehältern geliefert. Doch langfristig sollte man die natürliche Ansiedlung der Nützlinge im eigenen Garten fördern. Dazu gehört es auch, die eine oder andere Futterpflanze für Marienkäfer, Schmetterlinge und Co stehen zu lassen. Die Brennnessel ist beispielsweise eine solch wichtige Pflanze. Ganz nebenbei können junge und zarte Brennnesselblätter wie Spinat verarbeitet werden. Die Samenstände schmecken leicht pfeffrig und geben jedem Salat eine besondere Note. Der Brennnesseltee ist außerdem wegen seiner vielfachen Heilwirkung seit Urzeiten nicht mehr aus der Volksmedizin wegzudenken. Sicherlich finden Sie in einer Ecke Ihres Gartens ein Plätzchen und geben ein paar Brennnesseln Asyl.

Der biologische Pflanzenschutz im eigenen Garten sollte immer die bereits vorhandenen Nützlinge schonen und auf die Ansiedelung weiterer Nützlinge setzen. Deswegen verzichten Sie am besten auf den Einsatz von Chemie und Giften. Der Name Pflanzenschutzmittel ist mehr als irreführend. Schaffen Sie Rückzugsräume für Nützlinge, indem Sie Hecken pflanzen, Lockpflanzen anbauen und Nistkästen anbringen. Im Nutzgarten bekommen Sie Schädlinge wie Minierfliegen, Motten und Thripse mit Netzen und Vliese leicht in den Griff.

 

Gegen Pilzkrankheiten hilft: Gießen mit der Gießkanne anstelle des Rasensprengers

Auch ein paar Veränderungen bei den Gärtnergewohnheiten bringen viel. Pilze mögen es gerne feucht und warm. Daher droht hier im Sommer die größte Gefahr, wenn an heißen Tagen das Beet mit einem Rasensprenger gewässert wird. Nehmen Sie lieber eine Gießkanne und wässern Sie Blumen und Sträucher direkt in Bodennähe. Buchen Sie diese Arbeit einfach unter dem Bauch-Beine-Po-Programm ab, den Sie tun gleichzeitig etwas für Ihre Fitness. So vermeiden Sie, dass das Laub nass wird und die Blüten schneller verwelken. Gießen sie lieber morgens als abends, dann können die Blätter den Tag über abtrocknen, falls sie aus Versehen doch ein paar Wasserspritzer abbekommen.

Selbst im Herbst noch können Sie viel dafür tun, dass ihr Garten im nächsten Jahr noch grüner und noch schöner wird – nämlich dann, wenn Sie die von Pilzkrankheiten befallenen Blätter aufharken und entsorgen. Der Kompost ist dafür nicht der richtige Platz. Geben Sie diese Blätter lieber in die Hausmülltonne. Entfernen Sie außerdem aus dem Rhododendron schwarze Blütenknospen. Die Verfärbungen sind ein sicheres Anzeichen für eine Verpilzung.

Ansonsten bieten viele Gärtnereien und Gartenbaubetriebe auch Beratungen für biologischen Pflanzenschutz an. Die Fachleute erklären dann wie Gelbtafeln, Klebfallen und Leimringe richtig angebracht werden.

 

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