Niedriger Blutdruck: Erhöhtes Risiko bei Operationen


Veröffentlicht am 01.09.2015 von Michael

operation-niedriger-blutdruckDass Bluthochdruck nicht gut ist, kann niemand mehr leugnen. Doch wie sieht es beim Gegenteil aus – dem zu niedrigen Blutdruck? Der kann sich zumindest bei Operationen als nachteilig erweisen, denn je niedriger der Blutdruck eines Patienten vor dem Eingriff ist, desto größer ist sein Sterberisiko während der Operation oder direkt danach. Bluthochdruck dagegen scheint die Risiken nicht sonderlich ansteigen zu lassen.

Bildquelle: CC0 Public Domain / pixabay.com
Wer vor einer Operation unter zu niedrigem Blutdruck leidet, hat ein höheres Risiko binnen 30 Tagen an den Folgen der Operation zu versterben.

 

Wissenschaftler der University of Wisconsin (Madison/USA) stellten die Ergebnisse einer Studie auf dem Kongress der European Society of Anaesthesiology in Berlin vor. Sie warnen die Fachwelt vor dem unterschätzten Risiko eines niedrigen Blutdrucks bei Operationen, denn Menschen mit zu niedrigem Blutdruck sterben häufiger an den Folgen einer Operation als Patienten mit zu hohem oder normalem Blutdruck.

 

Daten von OP-Patienten wurden ausgewertet

Für ihre Studie werteten die US-amerikanischen Forscher die Informationen von mehr als 252.000 Patienten aus, die in einer britischen Datenbank gespeichert waren. Die Patienten wurden aus unterschiedlichsten Gründen operiert. Patienten mit Herz-Operation wurden allerdings bewusst nicht berücksichtigt.

Die Wissenschaftler überprüften, ob sich eine Korrelation feststellen lässt zwischen Höhe des Blutdruckes vor der Operation und dem Risiko, innerhalb von 30 Tagen nach der Operation zu versterben. Sie fanden einen Zusammenhang. Das Sterberisiko war bei Patienten mit stark erhöhtem Blutdruck und sehr niedrigem Blutdruck höher als bei Behandelten mit einem Blutdruck im Normbereich.

 

Sterberisiko und zu niedriger Blutdruck korrelieren auch dann noch, wenn andere Risikofaktoren herausgerechnet werden

Im nächsten Schritt untersuchten die Forscher weitere Risikofaktoren – insgesamt 29 Stück wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Medikamenteneinnahme sowie die Risikostufe des chirurgischen Eingriffs. Sind diese Faktoren herausgerechnet ergibt sich ein anderes Bild. Ein Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Sterberisiko fand sich nicht mehr. Allerdings gibt es  immer noch eine Korrelation zwischen Sterberisiko und zu niedrigem Blutdruck.

Je weiter die Messwerte unter 100/40 mm Hg lagen, desto größer war Risiko zu sterben. Bei einem systolischen Blutdruck unter 100 mm Hg war das Sterberisiko um das 1,4-Fache erhöht. Lag der Diastolische Wert unter 40 mm Hg stieg das Todesrisiko um das 2,5-Fache an.

 

Für die eigene Gesundheit: Jeder sollte seine Blutdruckwerte regelmäßig kontrollieren

Weitere Forschungen müssen nun die Ursachen für die gefundenen Zusammenhänge ergründen. Die Forscher werden aber nicht müde zu betonen, dass die Ergebnisse kein Freifahrtschein für Bluthochdruckpatienten sind. Auch für sie ist es extrem wichtig, ihre Werte zu kontrollieren. Von daher sollte jeder seinen Blutdruckwerte kennen und regelmäßig kontrollieren. Weichen diese nach oben oder unten ab, ist eine Konsultation des Hausarztes unerlässlich, denn sowohl Bluthochdruck als auch zu niedriger Blutdruck müssen behandelt und therapiert werden, um möglichst lang gesund zu bleiben.

 

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