Kampf gegen Malaria: Von Kühen, die wie Menschen riechen


Veröffentlicht am 24.04.2015 von Alex

kampf-gegen-malaria-kueheLeider ist die Tropenkrankheit Malaria noch immer weit verbreitet. Wer in exotische Länder reist, sollte auf einen guten Malaria-Schutz achten. Auch wenn mit der sogenannten Chemoprophylaxe Medikamente für den Akutfall bereitstehen, sterben jährlich weltweit noch immer eine Million Menschen an Malaria. Trotz jahrelanger Forschung ist ein wirksamer Impfstoff gegen die von der Anopheles-Mücke verbreitete Krankheit auf absehbare Zeit nicht verfügbar. Leider verändert sich der Malaria-Parasit Plasmodium immer wieder und trickst so die Wissenschaftler aus. Jetzt wollen Forscher den Spieß umdrehen und den Erreger einfach austricksen.

Bildquelle: IDKDIY / pixabay.com
Sind Kühe, die wie Menschen riechen, der Durchbruch im Kampf gegen die Tropenkrankheit Malaria?

 

Die Frage, warum die Malaria-Mücken ausgerechnet Menschen so gerne stechen, führte die Forscher zu einem vielversprechenden Ansatz. Sie fanden heraus, dass der Mensch einen ganz bestimmten Eigengeruch hat. Der typische, menschliche Duft enthält eine starke Milchsäurenote und genau darauf fliegen die Mücken im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Im Kampf gegen Malaria hilft jetzt der künstliche Menschengeruch

Das Team um Agenor Mafra-Neto – einem Unternehmer aus Riverside (USA) – hat nun ein Parfüm entwickelt, das den menschlichen Geruch ziemlich genau nachbildet. Das Parfüm ist allerdings nicht für Menschen gedacht, sondern es soll auf Kühe und Ziegen gesprüht werden. Die Moskito-Mücken werden so verwirrt und auf die vollkommen falsche Fährte gebracht. Die abgelenkten Moskitos stechen so eher eine Kuh oder eine Ziege als einen Menschen. Für die Haustiere selbst sind die Mückenstiche übrigens ungefährlich, denn sie können nicht an Malaria erkranken. Die Ansteckungsgefahr für den Menschen verringert sich dagegen enorm.

Im Durchschnitt lebt eine Anopheles-Mücke ca. 20 Tage. In dieser Zeitspanne muss sie zwei- bis dreimal Blut trinken. Zunächst muss ein Moskito einen infizierten und danach einen gesunden Menschen stechen, um den Malariaerreger zu übertragen. Holt sich die Mücke dagegen eine ihrer Blutmahlzeiten nun bei einer Kuh oder Ziege ab, so sinkt die Infektionswahrscheinlichkeit für den Menschen. Die normale Kuh wird damit für den Malaria-Erreger zur trojanischen Kuh.

 

Tödliche Kombination: Entwurmungsmittel für Haustiere bringt Mücken zur Strecke

Doch damit noch nicht genug. Die Forscher wollen noch mehr. Zusätzlich zum Parfüm sollen die Kühe noch mit einem Entwurmungsmedikament behandelt werden. Dieses Medikament wird über das Blut der Kühe für die Stechmücken selbst zum Bumerang, denn es ist für sie giftig. Trinken die Mücken das Blut der behandelten Haustiere, sterben sie durch das toxische Medikament. Das bedeutet: Weniger Mücken und damit auch wieder eine geringere Malaria-Ansteckungsgefahr für Menschen.

Die Hoffnung der Forscher ist simpel und eigentlich schon sehr alt: Die Malaria soll zurückgedrängt werden und sich damit das Bedrohungspotenzial für mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung reduzieren.

 

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