Kalte Füße: Wenn Eisfüße das Frösteln befördern


Veröffentlicht am 08.01.2016 von Johanna

kalte-fuesseEndlich ist der Winter da. Die einen freuen sich über Schnee. Die Autofahrer klagen über rutschige Straßen und es gibt nicht wenige Menschen, die jetzt permanent jammern, weil sie kalte Füße haben. Sogenannte Eisfüße können im Winter jeden einmal ereilen, wenn beispielsweise die Schuhe nicht richtig imprägniert und deswegen nass wurden. Doch sind kalte Füße ein Dauerzustand, leidet die Lebensqualität enorm, weil die Betroffenen einfach nicht mehr aus dem Frösteln herauskommen. Die trimeda-Redaktion hat ein paar Tipps und Hausmittel zusammengestellt, um die kalten Füße schnell wieder aufzuwärmen.

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Gegen kalte Füße helfen einfache Hausmittel: Wollsocken, aufsteigende Fußbäder und Abhärtung durch Sport im Freien, Saunagänge oder Wechselduschen.

 

Frieren gehört zum Winter dazu

Grundsätzlich gilt: Kalte Füße sind zunächst kein Grund zur Sorge. Frieren ist im Winter ein normaler Vorgang. Die Evolution hat ihn erfunden, um die Durchblutung des Körpers effektiver zu machen. Die Wärme wird zunächst an die Stellen des Körpers transportiert, wo sie besonders wichtig ist: Herz, Atmung und Gehirn beispielsweise. Die Körpertemperatur in Brust- und Bauchraum wird so konstant bei 37 Grad Celsius gehalten. Die Extremitäten wie Hände und Füße können etwas kühler sein – gerade wenn sie im „Ruhemodus“ sind. Das heißt: Wer im Büro sitzt und die Füße gerade nicht benötigt, bei dem fährt der Organismus den Stoffwechsel in den Beinen etwas herunter. Die Folge: Die Füße werden nicht mehr ganz so stark durchblutet und kühlen dadurch ab. Abhilfe schafft hier bereits die kurze Nutzung der Beine. Die Erste-Hilfe-Maßnahme gegen kalte Füße im Büro lautet daher: Stehen Sie öfters auf und bewegen sie sich. Der Körper pumpt dann wieder Blut in Beine und Füße. So werden die kalten Füße automatisch wieder warm. Auch gezielte Fuß- und Zehengymnastikübungen helfen wunderbar. Lassen Sie dazu die Füße einfach kreisen oder rollen Sie die Fußsohlen über einen kleinen Igelball. Oder noch besser: Versuchen Sie mit den Füßen ein warmes Körnerkissen aufzuheben.

 

Bei kalten Füßen: Sie Sie auf das richtige Schuhwerk und aufsteigende Fußbäder

Bei regelmäßigen Eisfüßen gehört auch das Schuhwerk auf den Prüfstand. Dünne, wasserdurchlässige Schuhe befördern das Frieren. Besser sind Schuhe aus Naturmaterial wie Leder mit einer guten Gummisohle. Kaufen Sie die Winterschuhe ruhig ein wenig größer. Dann können sie notfalls auch eine warme Einlegesohle hineinlegen. Die bessere Isolation in Richtung Boden lässt die Kälte nicht so leicht an die Fußsohlen gelangen. Im Winter sollte ebenfalls auf das Tragen von Kunststoffsocken verzichtet werden. Omas Tipp mit den Wollsocken ist noch immer aktuell.

Werden die Füße doch trotz aller getroffenen Vorsorgemaßnahmen einmal kalt, helfen aufsteigende Fußbäder. Dazu stellt man die kalten Füße zunächst in lauwarmes Wasser. In regelmäßigen Abständen von ein bis zwei Minuten gießt man vorsichtig heißes Wasser hinzu – solange bis eine Wassertemperatur von 41 bis 42 Grad Celsius erreicht ist. So ein aufsteigendes Fußbad dauert in der Regel etwa 15 Minuten. Dank der Förderung der Durchblutung hat man hinterher mollig warme Füße. Wer seinen Füßen jetzt noch etwas besonders Gutes tun möchte, macht eine sanfte Fußmassage mit einer Fußcreme. Sanftes Kneten kurbelt nochmals die Durchblutung an. Viele Fußcremes enthalten zusätzlich durchblutungsfördernde Wirkstoffe, meist auf Kräuterbasis beispielsweise mit Ingwer und Zimt oder Capsaicin.

 

Abhärtung durch Sport & Sauna hilft auch gegen kalte Füße

Wer jedoch regelmäßig kalte Füße hat und darüber hinaus ständig friert, sollte beim Hausarzt abchecken lassen, ob möglicherweise eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Auch Arzneimittel wie Beta-Blocker können für kalten Hände und Füße sorgen. Oftmals führt aber ein etwas zu niedriger Blutdruck zu Eisfüßen. Dagegen hilft ein ganz altes Rezept: Sport treiben. Wer sich regelmäßig sportlich betätigt, sorgt für Bewegung – mit der Folge, dass sich die Gefäße weiten, der Blutdruck steigt und der Körper so generell besser durchblutet wird. Am besten eignen sich Ausdauersportarten im Freien. Es muss ja nicht gleich das Marathon-Training sein. Nordic Walking oder Fahrradfahren sind hervorragende Alternativen. Die Bewegung an der frischen Luft hat auch gleich noch einen weiteren Vorteil: Abhärtung. Wer in dieser Hinsicht noch ein wenig mehr tun möchte, sollte zusätzlich auf regelmäßige Saunabesuche sowie kalte-warme Wechselbäder bzw. Wechselduschen setzen. So wird die Thermoregulation des Körpers gezielt trainiert.

Allerdings braucht dieses Training seine Zeit. Wer erst in der kalten Jahreszeit mit dieser Vorbereitung auf den Winter anfängt, ist deutlich zu spät dran. Experten raten daher, bereits im Sommer mit dem Abhärten zu starten bzw. das ganze Jahr über Sauna, Wechselduschen und Outdoor-Aktivitäten beizubehalten.

 

Achtung bei Verfärbungen der Füße

Diabetiker sollten ein besonderes Augenmerk auf ihre Füße haben. Die Erkrankung sorgt generell für eine schlechtere Durchblutung. Bereits kleinste Verletzungen brauchen oftmals lange, um zu heilen. Hinzu kommt meist noch eine Empfindungsstörung, weil auch die Nervenbahnen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Eine ernsthafte Erkrankung kann dahinter stecken, wenn die Füße unterschiedlich warm sind oder sie sich verfärben. Das sind nämlich Symptome einer Gefäßverengung, die im schlimmsten Fall zur Thrombose führen kann. Eine schnellstmögliche Abklärung der Beschwerden beim Arzt ist in diesem Fällen unumgänglich.

 

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