Händedruck sagt Herzinfarkt-Risiko voraus


Veröffentlicht am 04.09.2015 von Johanna

haendedruck-herzinfarktEs wäre fast zu schön um wahr zu sein: Ein Händedruck als einfacher Test, um das Herzinfarkt- & Schlaganfall-Risiko zu bestimmen. Kanadische Wissenschaftler sagen, potentiell könnte das Möglichsein, denn nach ihren Untersuchungen sagt die Festigkeit des Händedrucks mehr aus als das Blutdruck-Messen.

Bildquelle: pixelstar / freeimages.com
Ein fester Händedruck steht nicht nur für Stärke und Aufrichtigkeit. Über den Händedruck kann man auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfälle bestimmen.

 

In einer kürzlich veröffentlichten Studie fanden Forscher aus Kanada heraus, dass ein schwacher Händedruck mit dem Risiko eines frühen Todes einhergeht. Die im britischen Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichte Studie wertete die Daten von 140.000 Patienten aus. Sie hatten ein Alter zwischen 35 und 70 Jahren und stammten aus 17 verschiedenen Ländern.

 

Das Herzinfarkt-Risiko steigt, je weniger fest der Händedruck ist

Bei der Studie wurde die Gesundheit der Probanden über einen Zeitraum von vier Jahren beobachtet. Bei den Untersuchungen bat man die Teilnehmer unter anderen, ein Gerät zur Messung der Festigkeit des Händedruckes zu umgreifen.

Die Forscher waren erstaunt einen so deutlichen Zusammenhang zu finden, aber es zeigte sich, dass mit jeden fünf Kilogramm geringerer Greifkraft das Sterberisiko um 16 Prozent stieg. Bei einzelnen Erkrankungen wie Herzinfarkt stieg das Risiko um 7 Prozent an, bei dem Schlaganfall-Risiko um 9 Prozent. Der Studie zufolge ist der Händedruck ein wesentlich verlässlicheres Mittel, um bei einem drohenden, frühen Tod Alarm zu schlagen als das Messen des Blutdrucks.

 

Andere, überprüfte Faktoren zeigten keine Korrelation

Andere Faktoren wie Tabak- oder Alkoholkonsum, der ausgeübte Beruf oder der Schulabschluss hatten keine konkreten Auswirkungen auf die Ergebnisse, obwohl auch diese Faktoren sehr wohl Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Auch eine Verbindung der Festigkeit des Händedruckes und Atemwegserkrankungen oder Diabetes konnte nicht festgestellt werden.

Die Mediziner hegen die Hoffnung, dass die Prüfung der Festigkeit des Händedruckes eines Tages ein preiswertes und recht sicheres Verfahren wird, um das Sterberisiko bzw. das Risiko von Herzkreislauferkrankungen bei einem Patienten besser einschätzen zu können. Ärzte könnten den Händedruck-Test nutzen, um Patienten mit großen, noch nicht entdeckten Gesundheitsproblemen zu erkennen und vorbeugend zu behandeln.

 

Hoffnungsvoller Ansatz für die Herzinfarkt- und Schlaganfall-Prophylaxe

Bis dahin sind jedoch noch weitere Forschungsarbeiten notwendig. Zunächst muss man genau den Zusammenhang zwischen Muskelkraft im Arm und möglichen Herzproblemen erklären können. Erst dann kann der Händedruck zum Massen-Screening eingesetzt werden. Vielleicht lassen sich so eines Tages viele Herzinfarkte und Schlaganfälle durch eine frühzeitige Erkennung der Risiken und dank einer entsprechenden Therapie abwenden.

 

Sie interessieren sich auch für die Themen "Herzinfarkt" und/oder "Schlaganfall"? Dann schauen Sie doch auch einmal hier vorbei:

 

disclaimer