Grüner Star: Mikrostents bewahren die Sehkraft


Veröffentlicht am 04.03.2016 von Johanna

glaukom-gruener-star-mikrostent-opNach und nach das Augenlicht zu verlieren, ist für viele Menschen eine Horrorvorstellung. Für Patienten, die am Grünen Star erkrankt sind, ist die Gefahr real. Bei fortschreitender Erkrankung droht die Erblindung. Nun jedoch gibt es Hoffnung, dass Unausweichliche doch abwenden zu können. Winzige Mikrostents sollen helfen, die Sehfähigkeit zu bewahren.

Bildquelle: Unsplash / pixabay.com
Der Grüne Star (medizinisch: Glaukom) verursacht zunächst kaum Beschwerden und trifft auch jüngere Patienten. Durch den zu hohen Augeninnendruck wird der Sehnerv geschädigt. Am Ende droht die Erblindung. Sie lässt sich mit einem Microstent im Auge abwenden.

 

Umgangssprachlich wird das Glaukom als „Grüner Star“ bezeichnet. Es handelt sich hierbei nach wie vor um die häufigste Ursache für Erblindungen in den Industrienationen. Das Fatale: Obwohl die medizinische Versorgung sehr gut ist, wird bei der Hälfte der Patienten die Erkrankung trotzdem nicht erkannt bzw. die Diagnose zu spät gestellt.

Im Gegensatz zum Grauen Star verläuft der Grüne Star fast ohne Symptome.

Beim Grauen Star, dem Katarakt, trübt sich die Linse. Für die Patienten bedeutet das: Sie schauen wie durch einen Nebel. Alles ist unscharf und verwaschen. Die Blendungsempfindlichkeit nimmt stark zu. Die Patienten bemerken demnach schneller und früher die Verschlechterung der Sehkraft von selbst und gehen zum Augenarzt. Meist treten Katarakte auch erst im fortgeschrittenen Alter auf.

Ganz anders die Situation beim Grünen Star. Die Krankheit kann hier unbemerkt fortschreiten, denn das Glaukom verläuft zunächst ohne Symptome. Hier können auch jüngere Menschen betroffen sein. Beim Glaukom werden nämlich die Nervenzellen in der Netzhaut und des Sehnervs geschädigt. Die Folgen sind zunächst allenfalls schleichend zu bemerken – nämlich dann, wenn es zu Einschränkungen der Wahrnehmung am Rande des Gesichtsfeldes kommt. Jedoch sind dann die Schädigungen an den Nervenzellen und dem Sehnerv bereits weit fortgeschritten. Die Verluste lassen sich nicht mehr rückgängig machen, nur der weitere Krankheitsverlauf aufhalten. Die Therapie zielt in diesen Fällen darauf ab, das noch verbliebene Sehvermögen zu erhalten und somit die vollständige Erblindung zu vermeiden.

Zu hoher Augeninnendruck schädigt beim Glaukom den Sehnerv

Das Glaukom wird meist von einem zu hohen Augeninnendruck verursacht. Er entsteht, wenn das Augenwasser nicht richtig abfließt. Bei Nicht-Behandlung schädigt der Druck den Sehnerv und führt zunächst zu Einschränkung und später zum Verlust der Sehfunktion.

In der Glaukom-Therapie versucht der Augenarzt zunächst den Augeninnendruck durch Augentropfen zu vermindern. Auch eine Laserbehandlung, die sogenannte Selektive – Trabekuloplastik (SLT), kann helfen, den Augeninnendruck zu senken. Sie ist allerdings meist keine dauerhafte Lösung. Ihre Wirkung hält zwischen sechs Monaten und anderhalb Jahren an, danach haben sich die mit dem Laser geschaffenen, winzigen Abflusskanäle meist wieder zugesetzt.

Microstents im Auge reduzieren den Druck und wenden so die drohende Erblindung ab

Eine Augenoperation erfolgt erst dann, wenn die anderen Therapieoptionen nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Die Risiken einer Glaukom-Operation sind ebenfalls überschaubar. Der Eingriff erfolgt heute minimal-invasiv unter örtlicher Betäubung. Hierbei werden Mikrostents ins Auge eingesetzt. Die Hightechröhrchen funktionieren ähnlich wie die bekannten Kardiostens. Diese halten Engstellen in den Arterien des Herzens offen. Die Mikrostents im Auge halten demnach die Kanäle offen, die das Kammerwasser ableiten. Die winzigen Röhrchen aus Kunststoff oder Titan reduzieren so nachhaltig den Augeninnendruck.

Über einen sehr kleinen Schnitt am Hornhautrand implantiert der Augenarzt den Mikrostent. Der Schnitt selbst muss übrigens nicht vernäht werden. Er ist so winzig, dass er sich von alleine schließt. Der Stent wird im Auge im sogenannten Kammerwinkel verankert und sorgt dafür, dass das Kammerwasser abfließen und so der Augeninnendruck dauerhaft sinken kann. Die langfristig drohende Erblindung ist damit abgewendet.

 

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