Flugangst bekämpfen: Problemlos ab in den Flieger


Veröffentlicht am 20.06.2015 von Alex

flugangst-im-flugzeug-bekaempfenDer Sommer steht vor der Tür und viele Deutsche wollen in den Urlaub starten. Urlaubszeit ist gleichzeitig auch Reisezeit. Es soll in ferne Länder gehen, zu exotischen Zielen und aufregenden Kulturen. Doch bevor so mancher im Traumurlaub ankommt, stirbt er tausend Tode, weil er unter Flugangst leidet. Doch das muss nicht sein. Mit den Tipps der trimeda-Redaktion bekämpfen Sie Ihre Flugangst.

Bildquelle: Pezibear / pixabay.com
Der Kampf gegen die Flugangst lohnt sich, denn neue Reiseziele warten auf Sie. Sich seinen Ängsten stellen, ist ein guter Anfang, denn nur so merkt man überhaupt, dass viele Befürchtungen unbegründet sind.

 

Flugangst ist eigentlich irrational, denn das Flugzeug gilt nach wie vor als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. Dennoch bekommen einige Flugreisende die Bilder eines möglichen Flugzeugabsturzes nicht aus dem Kopf. Laut einer Umfrage der Apotheken-Rundschau gaben 7,4 Prozent der Deutschen an, aufgrund dieser Furcht noch nie geflogen zu sein und damit viel von der Welt zu verpassen. Ca. 1,5 Prozent der Deutschen leiden sogar unter starker Flugangst. Statistisch sitzt damit in jedem Flieger mindestens ein Passagier, der sich ganz besonders unwohl fühlt und gerade lieber an einem anderen Ort wäre.

 

Absturzrisiko sehr gering

Es gibt nicht die eine Flugangst, sondern sehr viele Ausprägungsformen. Bei manchen Menschen ist die Angst vor einem möglichen Absturz sogar so groß, dass sie niemals einen Fuß in ein Flugzeug setzen. Die offiziellen Statistiken sprechen dagegen eine eindeutige Sprache. Auf eine Million Flüge kommen lediglich 0,81 Unfälle. Das Risiko bei anderen Transportmitteln ist dagegen um ein vielfaches größer. Doch beim Autofahren z. B. hat man das Lenkrad selbst in der Hand, kann die Fahrweise bestimmen oder kennt zumindest den Fahrer. Beim Fliegen fühlen sich viele dem Piloten und der Technik komplett ausgeliefert.

 

Es wird Turbulenzen und Gewittern ausgewichen

Andere haben zunächst kein Problem mit einem ruhigen Flug. Sie fürchten sich allerdings sehr stark vor Turbulenzen, dem Startvorgang oder der Landung. Ein gewisser Grad an Turbulenzen in der Luft ist normal, denn aufgrund der Temperaturunterschiede in der Atmosphäre ist Luft immer in Bewegung: Luft wird von der Sonne erwärmt, steigt auf, kühlt ab und sinkt wieder ab. Passagiere nehmen Turbulenzen im Flieger dann als Luftlöcher war. Für das Flugzeug selbst sind diese Luftlöcher kein Problem. Die Passagiere sollten jedoch angeschnallt sein, um Verletzungen zu vermeiden. Folgen Sie daher stets den Anweisungen der Flugzeug-Crew. Problematisch für den Flug können die bei Gewittern entstehenden Verwirbelungen der Luft werden. Deswegen checken die Piloten vor jedem Flug das Wetter und passen die Flugroute an. Das Wetterradar ist heute so zuverlässig, dass Gewitter einfach umflogen werden.

 

Seminare gegen Flugangst: Der Blick ins Cockpit kann helfen

Es gibt mittlerweile Seminare gegen Flugangst. Hier bekommen die Teilnehmer alle Prozesse bei Start und Landung bis ins letzte Detail erklärt, denn wer die Fakten kennt, verliert die Angst. Zu einem solchen Seminar gehört in der Regel auch ein Blick ins Cockpit, damit sich Phobie-Patienten selbst überzeugen können, dass alle wichtigen Geräte und Anzeigen mindestens doppelt vorhanden sind – getreu dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Fällt im Flugzeug etwas aus, kann das Ersatzsystem einspringen. Deswegen sitzen auch immer Pilot und Copilot im Cockpit. Stößt dem Piloten etwas zu, springt der Copilot ein und landet das Flugzeug sicher.

Flugangstseminare sind nicht gerade preiswert. Sie können mehrere hundert Euro kosten, denn meist enthalten sie entweder einen Flug im Flugsimulator oder einen kurzen Sonderflug. In beiden Fällen werden die Seminarteilnehmer von speziell geschultem Kabinenpersonal und Psychologen bzw. Psychotherapeuten begleitet.

 

Flugangst-Patienten sollten sich ihren Ängsten stellen

Psychotherapeuten raten zur Konfrontationstherapie, bei der man sich seinen Ängsten stellen muss. Wer also Turbulenzen fürchtet, kann solche Situationen im Simulator erleben und merken, dass sie gar nicht so schlimm wie angenommen sind. Sie ähneln eher einer Fahrt auf einem holprigen Feldweg.
Wer allerdings generell unter Klaustrophobie leidet oder sich vor Menschenansammlungen fürchtet, wird von einem reinen Flugangstseminar zunächst wenig profitieren. Hier ist zunächst eine Verhaltenstherapie sinnvoller.

Ferner gibt es Menschen, die häufig eine Panikattacke bekommen, ohne dass der Grund dafür direkt erkennbar ist. Sie haben dann natürlich Sorge, dann sie genau während des Fluges von einer solchen Attacke heimgesucht werden und im Flugzeug keinerlei Rückzugsmöglichkeiten haben. Auch diesen Patienten kann ein guter Therapeut helfen, indem er ihnen beisteht und zeigt, dass man die Angst aushalten kann und das alles ein gutes Ende nimmt, weil nichts geschieht.

 

Entspannungsübungen helfen

Bei der Therapie der Flugangst übt der Therapeut mit dem Patient neue Verhaltensweisen ein. Einerseits sollten Betroffene lernen, sich nicht in die Angst hineinzusteigern aber auch offen damit umzugehen und sie nicht zu unterdrücken. Beide Extreme können eine Attacke verschlimmern. Viele Betroffene merken sehr schnell die ersten Anzeichen z. B. dass ihr Herz beginnt zu rasen oder sie unter einem leichten Schwindel leiden. Dann sollten Beruhigungsroutinen einsetzen, damit der Anfall schneller bewusst durchgestanden werden kann.

 

Beruhigungsmittel bei Flugangst tabu

Jeder Vierte, der unter Flugangst leidet, hat zugegeben, seine Ängste vor einem Flug mindestens einmal mit Beruhigungsmitteln bekämpft zu haben. Doch auch Beruhigungsmittel haben Nebenwirkungen, die man zumindest kennen und einordnen sollte. So kann ein Beruhigungsmittel zunächst auch leichten Schwindel verursachen, der allerdings auch ein Symptom für eine Panikattacke sein kann. Wer dann denkt, dass Beruhigungsmittel wirke nicht und nochmals nachlegt, riskiert eine Überdosierung und möglicherweise schwere Kreislaufbeschwerden. Die bessere Alternative bei Flugangst zum Beruhigungsmittel sind Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Doch hier muss man lernen, diese auch in Stresssituationen erfolgreich einzusetzen.

 

Mit der Zeit kommt die Erfahrung und das Vertrauen

Ein Indianer kennt keinen Schmerz und ein Pilot keine Flugangst – so der allgemeine Volksglaube. Doch dem ist nicht so. Während der Pilotenausbildung lernen viele angehende Piloten das mulmige Gefühl im Magen durchaus auch kennen. Der Grund dafür: Sie absolvieren die ersten Flüge in sehr kleinen Maschinen, die jede Regung der Luft an die Insassen weitergibt. Doch mit der Zeit kommt die Erfahrung und auch das Vertrauen. Zwei Dinge können daher auch Flugangst-Patienten für sich mitnehmen:

  1. Je größer die Maschine, desto weniger spürt man die gefürchteten Turbulenzen. Wählen Sie daher für ihren ersten Flug keine kleine Cesna sondern einen Jumbojet.
  2. Je öfter man fliegt, desto größer wird das Vertrauen in das Flugzeug, die Piloten und die Technik. Die Flugangst wird immer kleiner werden bis sie ganz verschwunden ist.

 

Egal ob Flugangst-Seminar oder Verhaltenstherapie: Es lohnt sich in jedem Fall, sich seinen Ängsten zu stellen, denn es wartet ein verlockender Urlaub und ein entspannter Flug dahin auf Sie. Sagen Sie der Flugangst adé!

 

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