Asthma-Schutz für Babys durch Darmbakterien


Veröffentlicht am 05.10.2015 von Michael

darmbakterien-schuetzen-babys-vor-asthmaNeueste Untersuchungen deuten darauf hin, dass vier verschiedene Bakterienarten Kinder vor Asthma schützen können. Diese Bakterien besiedeln den menschlichen Darm üblicherweise in den ersten drei Lebensmonaten. Erfolgt keine Besiedelung in diesem Zeitraum steigt das Asthma-Riskio im späteren Leben.

Bildquelle: TawnyNina / pixabay.com
In den ersten drei Lebensmonaten besiedeln die FLVR-Bakterien überlicherweise die Darmflora von Säuglingen. Etablieren sich die bAkterien nicht, droht den Kindern im späteren Leben ein erhöhtes Asthma-Risiko. Somit schützen dieses Bakterien-Quartett vor Asthma.

 

Die Bakterien Faecalibacterium, Lachnospira, Veillonella und Rothia übernehmen wichtige Rolle

Für die Studie der University of British Columbia (Kanada) wurden die Stuhlproben von über 300 Kindern ausgewertet. Die Wissenschaftler interessierten sich insbesondere für ein besonderes Bakterien-Quartett: Faecalibacterium, Lachnospira, Veillonella und Rothia – die sogenannten FLVR-Bakterien. Bei den meisten Babys „erobert“ das Quartett auf natürlichem Wege die Darmflora während der ersten drei Lebensmonate. Bei manchen Babys allerdings entwickeln sich die FLVR-Bakterien nicht. Die Forscher vermuten, dass daran eine übertriebene Hygiene schuld sein könnte. Denn eine zu sterile Umgebung bietet den Bakterien keinen Lebensraum. Allerdings ist der Mensch auf eine Vielzahl von Mikroben, vor allem in der Darmflora, angewiesen. Nachweislich können diese Mikroben vor schweren Darmerkrankungen, möglicherweise sogar vor Übergewicht und Diabetes schützen.

Die Babys, denen das Bakterien-Quartett in den ersten Lebensmonaten fehlte, entwickelten später ein höheres Risiko, an Asthma zu erkranken. Bei späteren Stuhlproben von Einjährigen fielen die bakteriellen Unterschiede deutlich geringer aus. Die Forscher schließen daraus, dass gerade die ersten drei Lebensmonate für die Entwicklung des kindlichen Immunsystems eine wichtige Rolle spielen. Das Bakterien-Quartett könnte eine Art Sparrings-Partner für das Immunsystem sein und dabei helfen, dass Immunsystem korrekt zu programmieren, denn zumindest das allergische Asthma gehört zu den Autoimmunkrankheiten, wo der Körper fälschlicherweise sich selbst angreift.

 

Weg frei für eine Therapie zur Asthma-Prävention?

Aus Mäuse-Versuchen wissen die Wissenschaftler, dass Mäuse, die ohne Bakterien geboren wurden und später mit FLVR-Mikroben behandelt wurden, deutlich seltener starkes Asthma entwickeln. Sollten sich diese Zusammenhänge bei Studien am Menschen bestätigen, könnte damit der erste Bausteine für eine erfolgreiche Asthma-Prävention gelegt sein. Die Forscher erhoffen sich auch, auf Basis der Erkenntnisse einen Test entwickeln zu können, um all jene Kinder zu entdecken, bei denen die Gefahr groß ist, dass es zu einer Asthma-Erkrankung kommt.

 

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